Was hat Sinnovativ eigentlich mit positiver Psychologie zu tun?

Gepostet am Jun 22, 2016 | Keine Kommentare

Für all diejenigen, die sich bisher nur oberflächlich mit dem neueren aber schnell wachsenden Forschungsbereich der positiven Psychologie beschäftigt haben, mag es scheinen, als würde es dort nur darum gehen, möglichst fröhlich und unbelastet zu sein und die Augen vor allem Negativen zu verschließen. Dass ein solcher Ansatz angesichts globaler Katastrophen, die wir jeden Abend in den Nachrichten vermittelt bekommen, zu kurz greifen würde, steht außer Frage. Doch weit gefehlt.

Die positive Psychologie beschäftigt sich damit zu erforschen, was genau dazu führt, dass es uns gut geht, dass wir aufblühen und wachsen. Somit wäre auch schon der Bezug zu Sinnovativ im Grunde genommen offensichtlich. Es geht der positiven Psychologie dabei nicht darum, so zu tun, als würde es uns nicht auch mal schlecht gehen. Es geht aber darum, nicht so zu tun, als würde es uns immer schlecht gehen.  Frühere Forschung hat sich fast ausschließlich mit pathologischen Zuständen beschäftigt und sich gefragt, wie Menschen von diesem Negativende wieder auf, sozusagen, Normal-Null-Niveau kommen können. Doch was führt eigentlich dazu, dass es Menschen richtig gut geht? Welche Umwelt- oder situativen Faktoren können dazu beitragen, dass wir uns plötzlich nicht einfach nur normal oder okay fühlen, sondern euphorisch, energiegeladen, engagiert und motiviert? Was bewirkt menschliches, geistiges Wachstum?

Mit diesem Denkansatz bietet die positive Psychologie eine wichtige Ergänzung zu bisherigen Sichtweisen. Dabei schafft sie ganz nebenbei häufig nicht nur Antworten auf die oben genannten Fragen, sondern bietet gleichzeitig neue und oft wirkungsvollere Lösungen für die Fragen der Gesundung, der Problembearbeitung und damit der pathologischen Ansätze. Und bei all diesem steht Sinn als eines der zentralen Konstrukte im Mittelpunkt der Forschungen. Einige Ausführungen dazu finden sich in diesem kurzen Couch-Gespräch von Frau Prof. Michaela Brohm der Universität Trier im SWR Fernsehen.

Frau Prof. Brohm ist zugleich Vorsitzende der kürzlich gegründeten Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung (DGPPF), über die man hier mehr erfahren kann. Auf der ersten Konferenz der Gesellschaft durfte auch ich zwei Beiträge leisten. Zum einen referierte ich über die Ergebnisse des Sinntrainings für Studierende, welches ich an der Universität Braunschweig entwickelte und durchführte, daneben vermittelte ich die konzeptionellen Grundlagen und Implementierungsschritte des Trainings in einem Workshop an interessierte Fachkolleginnen und -kollegen. Die genauen Referenzen sind hier zu finden.

In der kommenden Woche findet im französischen Angers die europäische Konferenz der positiven Psychologie (ECPP) statt. Auch dort werde ich mit einem Poster vertreten sein. Ich freue mich schon jetzt auf viele spannende Vorträge und inspirierende Diskussionen!

 

 

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